schließen

Tagebuch / Blog

Donnerstag, den 07 April 2022
 
Es ist schon merkwürdig, wie das Leben manchmal so spielt: Gestern noch war meine Valerian Geschichte ein Fragment, dass ich wegen der Lizenfiguren nicht hätte veröffentlichen können...
Heute, und einen ermutigenden Anruf später, sieht es so aus, dass sich das Blatt überraschend doch noch gewendet hat, und ich nun in den nächsten Wochen schnellstmöglich Zeit finden sollte und die Seiten fertig zu zeichnen...
Danke Euch alle für den sehr bewegenden Zuspruch.
Es sieht so aus, als ob meine kleine Geschichte nun doch noch ein Happy End bekommen hat.

Mittwoch, den 06 April 2022


 
Ich bin kein abergläubischer Mensch, aber vor einigen Jahren ist mir eine Geschichte passiert, die einfach nicht sein sollte:
 
Die Einladung, eine kurze Geschichte für einen geplanten Valerian-Hommage-Band einzureichen, nahm ich dankbar und ohne zu zögern an. Ich liebe die Serie und bewunderte Autor und Zeichner schon seit frühester Kindheit. Sie sollte nur 5 Seiten lang werden und ich stürzte mich gleich in die Konzeption. Alles zusammen wären mit den Farben gut 2 Wochen Arbeit gewesen und ich hatte die Zeit...bis ein erster Familienanghöriger Krank wurde.
 
Richtig krank.
 
Es folgte ein Monat Unterbrechung.
 
Ich saß einen Tag danach wieder dran- und der nächste familiäre Katastrophenfall, der die Zeit danach 24/7 unser Leben bestimmte, unterbrach die Arbeit an der Geschichte noch zwei weitere Male. Mir war das dem Verlag gegenüber unglaublich peinlich- aber mit 4 Monate Verzögerung aus persönlichen Gründen, konnte ich das schleppende Vorankommen bei mageren 5 Seiten weder ihnen gegenüber noch mir gegenüber rechtfertigen. Und das ursprüngliche kreative Momentum war am Ende auch nicht mehr da. Und vielleicht auch die Sorge darüber, dass, wenn ich mich wieder dran setze, ich wegen irgendeiner Katastrophe, die nichts mit dem Projekt zu tun hat, wieder nicht weiter kommen würde…
 
Meine Geschichte handelte von einem freien Wochenende der beiden, bei denen die kleinen Hintergrund-Details mehr und mehr wichtig werden sollten, bis sich meine beiden Handlungsstränge überschnitten und Hintergrund-Story zur Vordergrund-Story werden sollte.
Vermutlich wäre es meine Chance auf etwas Besonderes gewesen, denn ich merkte bei der Arbeit an den Seiten, wie viel Spaß das Ganze machte- und daß ich nicht völlig ungeeignet für diese Art Arbeit zu sein schien…
 
Seufz...
 

Mittwoch, den 09 März 2022


 

Es macht mich immer wieder sehr, sehr glücklich, zu sehen, wenn Projekte, die zum Zeil im Erlanger Comic-Seminar entstanden sind, veröffentlicht werden. In diesem jahr sind es wirklich sehr viele geschichten- und eines davon ist das wunderbare Buch meines Freundes Moritz:

TV Bericht


Sonntag, den 13 Februar 2022


 

Mein Nebenjob als Dozent für Filmgeschichte bringt manchmal spannende Gelegenheiten mit sich:

Montag Abend darf ich um 19.30 in der Kölner FILMPALETTE RUBEN BRANDT präsentieren.

Eine kurze Einführung dazu gibt es von mir und, wenn gewünscht, beantworte ich noch Fragen zu dem Film nach der Vorstellung...


Sonntag, den 30 Januar 2022


Die spannendsten Projekte tauchen immer dann auf, wenn man es am Wenigsten erwartet:
Wie man an den Fotos weiter unten in meiner Timeline erkennen kann, habe ich letztes Jahr die Gelegenheit bekommen, Figuren und Bühnenhintergründe das das Musical "Sterni" beisteuern zu dürfen.
 
Was für eine spannende und erhellende Erfahrung!
 
Das Team der Halle 32 in Gummersbach lässt mich bei der Entstehung des Stücks ein wenig über die Schulter schauen und lerne dabei unglaublich viel.
Vermutlich bin ich nun für alle weiteren Theaterprojekte versaut, denn noch angenehmer und respektvoller kann die Zusammenarbeit kaum laufen.
<img src="https://www.facebook.com/images/emoji.php/v9/t51/1/16/1f603.png" alt="

Freitag, den 28 Januar 2022


Ich las gestern einen guten Comic.
 
Einen WIRKLICH guten Comic!
 
Oft stelle ich nach dem Lesen fest, dass tief im Inneren der Geschichte eigentlich keine tiefere Erkenntniss gewonnen wird, und die Elemente der Geschichte am Ende eher beliebig zusammenfabuliert wurden. Das kann man natürlich machen, und dennoch gut unterhalten, aber was sagt eine Geschichte am Ende über uns und unsere Natur aus? Ich vermute, das ist vielen Autoren nicht soooo wichtig, und sie wollen einfach nur gut unterhalten. Das ist nur Fair- aber mir fehlt am Ende oft etwas und ich vergesse die Geschichte dann schnell wieder.
Kommt mir dann ein Buch unter die Finger, das wirklich auch mal etwas zu sagen hat, werde ich hellwach.
 
Josephine Marks MURR ist so ein Buch.
 
Rabaukiger Humor, gepaart mit der perfekten Länge für die Geschichte und ein Gespür für ein Ende, bei dem man erst zum Schluss realisiert, dass alles von Anfang an dahin arbeitet, machen das Buch für mich zum ersten Lese-Highlight von 2022!
Absolut empfehlenswert!
 
Das nächste Buch von Ihr "Trip mit Tropf" ist ebenfall in der mache und ich kann es nicht erwarten, meine Nase hineinstecken zu können!
 

 

 


Montag, den 17 Januar 2022


Ich bin niemand, der oft auf die berufliche Vergangenheit zurück schaut. Bei mir hängt kein eigenes Artwork an den Wänden oder ich hänge andere die Ohren darüber voll, was ich "früher" mal Tolles gemacht habe (so ein toller Hecht war ich nämlich nie!) .
Warum auch?
Ich lebe hier und jetzt und die Zukunft erscheint mir noch immer spannender als der Blick in den Rückspiegel.
Dennoch ziere ich mich auch nicht, wenn ich zu Arbeiten befragt werde, die einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Lebenszeit ausgemacht haben. So haben andere Gelegenheit aus meinen Fehlern zu lernen und auch ich gewinne die eine oder andere neue Einsicht.
 
Vor einigen Wochen haben mit Jorgenson und Kurga angeschrieben und angefragt, ob ich Lust hätte für ihren Podcast zu GOTHIC (einem Spiel an dem ich Parallel zu den Moorhuhn-Games arbeiten durfte) ein paar Fragen zu beantworten.
Daraus ist ein wirklich netter Abend in dieser Woche geworden- und ich freue mich, den Podcast hier mit Euch teilen zu können. Ein dickes Dankeschön an die beiden für die Gelegenheit!

 

https://www.youtube.com/watch?v=xGBUu-fQveA

https://open.spotify.com/episode/7g9Fmo2JVZYvcX6H4z4HRS

 


Montag, den 27 Dezember 2021


 
 
Seit einigen Tagen ist die ist das nächste Erlanger-Comic-Seminar offiziell angekündigt, und es gibt einige spannende News dazu:
 
Zum einen starten wir etwas früher als in den sonstigen Salon-Jahren (um die beiden Tage auszugleichen, die sonst durch den Salon-Start verloren gegangen sind), zum anderen haben wir als Dozenten Naomi Fearn, Thomas v. Kummant und Tony Sandoval gewinnen können.
 
Spannende Mischung, nicht wahr?
 
Damit die Unterkünfte gebucht werden können, läuft die Bewerbungsfrist bis zum 1. März 2022. Die Auswahl der Teilnehmer findet mit den Dozenten statt.
 
Start des Seminars ist am 9.6.2022 und Bewerbungen können unter seminar@comic-salon.de eingeschickt werden.
Weitere Infos dazu finden sich hier:
 
https://comicseminar.de/

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!
 
Ralf Marczinczik
Seminarleiter

Dienstag, den 26 Oktober 2021


Opa Hausen

 

Mein Freund Dirk baut Puppen.
Nicht irgendwelche Puppen, sondern High-End Bühnenpuppen, die man mit den Händen führt!
Nachdem wir nun schon einige Jahre gelegntlich an Projekten zusammenarbeiten, fand Dirk, es wird Zeit, das eine SEINER eignen Figuren einen Comic bekommen sollte.
 
Recht hat er!
 

Freitag, den 22 Oktober 2021


Das Internet vergisst nichts.

Als ich vor einigen Tagen gefragt wurde, wie es dazu kam, dass die Ausstellung der unveröffentlichten Comics, die gerade in der Ludwig-Galerie zu sehen ist, überhaupt dort landete, dachte ich mir, ich schaue mal ein wenig zurück, bevor meine Erinnerungen daran verblassen und ich die Fakten nicht mehr richtig hinbekomme…

Begonnen hatte das Ganze als ein unscheinbarer Facebook-Post am 10. August 2018.

Ich hatte eine Comic-Seite gepostet zu einem Projekt, das zu dem Zeitpunkt fest steckte und sich nicht bewegen wollte. Daraufhin folgte in den Kommentaren darunter ein reger Austausch mit Freunden und Kollegen, darunter, Norbert Höveler, der vorschlug, aus diesen halbfertigen Projekten ein Buch zu machen. Ein Buch machte mir in diesem Kontext nicht richtig Sinn, wollte man die Leser nicht mit halbfertigen Geschichten konfrontieren. Eine Ausstellung wäre da doch vielleicht ein angemessenerer Rahmen, oder?

Es ist überaus selten, dass die Genesis einer Idee verfolgbar ist- und der Start auf FB war da ein echter Glücksfall! Nachlesen kann man das Ganze hier:

https://www.facebook.com/ralf.marczinczik/posts/1914825231911372

Ich mag es nicht, eine Idee liegen zu lassen, die ich als gut und lohnenswert empfinde, und dachte mir, wenn das nicht jemand in die Hand nimmt, wird es nix! Über die langen Jahrzehnte meines Arbeitslebens als Freiberufler im kreativen Bereich hatte ich gelernt, dass eine gute Idee alleine nicht reicht, um andere dafür zu begeistern, tätig zu werden. Diese Ausstellungs-Idee anzuschieben, sah jedoch nach eine Menge Kommunikation aus. Da Norbert, den ich sehr schätze, signalisiert hatte, dass wir dazu mal telefonieren können, griff ich am nächsten Tag zum Hörer und rief ihn einfach mal an, um darüber zu brainstormen.  Norbert bestärkte mich in der Auffassung, dass es eine schöne Idee ist, und bei meiner Nachfrage, ob er bei dem Projekt aktiv bei der Akquise mitmachen wollte, verwies er auf viel eigene Arbeit und einen vollen Terminplan, versicherte aber, dass er ein paar Seiten eines eigenen Projekts hätte, die er gerne zusenden könne. Das hat er dann auch getan. Ich selbst hatte mich schon gefreut, den anstehenden Kommunikations-und Recherche-Aufwand mit jemandem teilen zu können- aber das hatte sich dann leider nicht ergeben. Egal. Exit Norbert.

Eine gute Idee, bleibt eine gute Idee, und so begann ich, die Webseiten mir bekannter und befreundeter Comiczeichner und Kollegen zu durchsuchen und sie anzuschreiben. Meine Überlegung war, erst einmal Material zu sammeln, und wenn ich das Gefühl hätte, ich habe genug spannende Projekte und Namenzusammen, um diese Ausstellungsidee irgendwo zu präsentieren (z.B. dem Erlanger Kulturamt, das den Comic-Salon organisiert, oder einer Galerie), so würde ich einen Termin machen, und das Ganze als mögliches Ausstellungsprojekt zu platzieren.

Das Echo auf meine Nachfrage bei den Comic-Schaffenden war überwältigend. Viele der bekannteren Künstler, die mich bis dato nicht persönlich kannten (darunter Isabel Kreitz, Kristina Gehrmann oder Nicolas Mahler) waren großzügig mit Ihrer Zeit und ihren Werken, und alsbald wurde mir klar: Das könnte funktionieren!

Unbekanntes Material bekannter Künstler führt vielleicht dazu, dass sich auch renommierte Häuser, wie die Ludwiggalerie in Oberhausen, zumindest meinen kleinen Vortrag zur Idee einer Ausstellung anschauen würden.

Über die Monate September und November hatte ich gut 150 Kollegen angeschrieben und von fast allen Proben der unveröffentlichten Werke zugemailt bekommen, die ich dann zu einer Präsentation zusammengebaut hatte. Die Datenbank mit Den Namen, Werken und Kontakten war auch vorbereitet, denn mir war klar, dass ich selbst die Ausstellung nicht machen würde, sobald sie bei einer Galerie oder Museum landen würde. Dafür gibt es akademische Mitarbeiter und professionelle Kuratoren. Auch wird man aus all dem Material und Projekten (mit ihren zum Teil sehr bewegenden Backstories) eine Auswahl treffen müssen- und dafür hatte ich nicht das Herz. Der Platz in solchen Ausstellungen ist natürlich begrenzt- und es gab jetzt schon drei Mal mehr zu zeigen, als Platz vorhanden wäre.

Ich bereitete eine Liste möglicher Interessenten vor, ganz oben die Ludwiggalerie, die das größte Renommee und auch Erfahrung mit Comic-Ausstellungen hatte.  Auch kannte ich die Leiterin der Galerie von einem Projekt im Vorjahr, bei dem ein Werk von mir Teil der Ausstellung war.

Hilfe hatte ich mir in Form von Susanne Flimm geholt, die ich auch als Vorstand des Cöln Comic Hauses kannte, und deren Zuspruch und Unterstützung für mich Gold wert war. Ein Künstler mit nur wenigen namhaften Titeln unter dem Gürtel, wie ich es war, erschien mir nicht schwergewichtig genug, um die nötige Seriosität meine Anliegens zu verdeutlichen. Susannes Beistand war für mich enorm wichtig und ich kann Ihr nicht genug dafür danken!

So fand ich mich dann an einem schönen Winternachmittag in den Betriebsräumen der Galerie wieder und bei Kaffee, Plätzchen und einem schnurrenden Projektor wieder und begann mit meiner Präsentation. Die Gelegenheit bei dieser Ausstellung auch Klassiker wie Wilhelm Busch präsentieren zu können, kam bei der Recherche, und so konnte ich im Vorfeld auch Unveröffentlichtes von ihm und anderen Klassikern der deutschen Comic-Kultur aufzeigen. Meine Recherche ging dabei nicht in die Tiefe, sondern zeigte nur auf, was es sonst noch gäbe.

 Eine halbe Stunde in meiner Präsentation gab die Leiterin des Hauses dann auch zu meiner großen Überraschung ihr aufrichtiges Interesse bekannt, und bat mich, die Idee gleich in der Ludwiggalerie zu belassen, mit einer möglichen Ausstellung im Herbst 2022.

Das abrupte Happy End einer von mir vorprojezierten langen Suche mir vielen Terminen und Lippen fusselig reden…

Die Ausstellung würde nun tatsächlichen stattfinden. Im bestmöglichen Umfeld. Und das auch noch beim ersten Versuch!

Wow.

Das war ja so viel einfacher als ich dachte!

 

Und für alle, die sich nun fragen: Was kam für Dich dabei herum?

Die Antwort ist:

Kein Geld, viele, viele Mails und wunderbare Austausche mit wunderbaren Kollegen und Freunden und das Wissen, dass diese Idee umgesetzt werden würde! Das war weit mehr, als ich je erwartet hatte!

Soweit also meine aktive Rolle.

Kuratiert (d.h. Werke und Künstler ausgewählt) wurde das Ganze von Linda Schmitz-Kleinreesink M.A.

Ende des Winters 2018/2019 übergab ich alles an Material und Kontakten, die ich gesammelt hatte an Linda, die daraufhin begann, noch mehr Künstler und Werke auszugraben, Zusagen und Absagen zu schreiben, und was sonst noch alles anfallen würde.

 Vor Ihr lagen nun 2 ½ Jahre harter Arbeit und ein Berg an Kommunikation und Verträgen, und eine sicherlich nicht einfache Auswahl der Werke, die nun in einem akademischen Rahmen gezeigt werden sollen. Eine Aufgabe, um die ich sie nicht beneidete.

Der eigentliche Anteil an echter Arbeit, die diese Ausstellung möglich gemacht hat ist daher der Verdienst von ihr und dem Team, das sie dabei unterstützt hat.

Vor zwei Wochen war die Eröffnung:

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-kultur-am-mittag/audio-unveroeffentlicht---comic-geschichte-in-oberhausen-100.html

Mir bleibt also nur zu sagen:

Danke für den Tanz!

Es hat Spaß gemacht und ich habe irre viel dabei lernen dürfen!